Der Hintergrund

Im Jahr der Entstehung des Projektes, 2005,  gab es eine erschütternde Studie von Ursel Becher zur Kinderarmut in Hamburg.

Unser Konzept entstand damals auf der Basis entsprechender Überlegungen. So schrieben wir darin 2006:

"Sozialpolitische Rahmenbedingungen
Der Stadtteil Horner Geest gehört zu einer der Problemzonen der Stadt Hamburg. Die auf Ganzstagsbetrieb umgestellten Schulen erhalten hier nur noch 40% der bisherigen Ausstattung. Bis 2008 sollen rund 60% des pädagogischen Mehrbedarfes an Förder-, Grund- und Hauptschulen eingespart werden. Die betroffenen Schulen der Gegend beklagen die zusätzliche Diskriminierung ihrer Kinder durch solche Maßnahmen. Das einzige Gymnasium der Gegend, St.Georg, wurde geschlossen. Die Gymnasiasten, die künftig in anderen Stadtteilen ihre Nachmittage verbringen, werden hier fehlen. Das nennt man ‚brain drain’. Für viele Kinder, deren Schulen noch nicht auf Ganztagsbetrieb umgestellt oder - wie die Schule Steinadlerweg - gerade ihren Antrag darauf abgelehnt bekommen haben, sieht es etwas düster aus mit der 'guten Vorbereitung', denn ihre vergleichsweise 'gering ausgestattete' Freizeit werden sie kaum dafür verwenden.

Bedarf/Angebotslage im Stadtteil
Neben einigen Schulen, die in der Region zum Ganztagsbetrieb umgestellt und auch Hausaufgabenhilfe sowie andere Angebote in ihrem Programm haben, bleibt dies für die verbliebenen Halbtags-Schulen trotz hohem Bedarf vorerst Wunschdenken. Viele der Eltern können es sich nicht leisten, ihren Kindern private Nachhilfe zu finanzieren. So manches Kind hat einen knurrenden Magen und bekommt keine regelmäßigen Mahlzeiten. Verringern sich durch solch benachteiligte Lebenslagen auch ihre künftigen Lebenschancen?
Dem wollen wir mit vereinten Kräften entgegenwirken, um den staatlichen Rotstiften die Stirn zu bieten."

So weit der Original-Ton im Konzept für HoGsmittkids.

• Einführung und Abschaffung von sog. 'Aktiv-Jobs' (1 €-Jobs)
Mit der Einführung der sog. 'Aktivjobs', im Volksmund eher als 1€-Jobs bekannt, entstand eine neue Situation, die mit in die Anfangsüberlegungen der 'Hausaufgabenhilfe Horner Geest' (mit diesem Namen begannen die HoGsmittkids ursprünglich) einflossen: Arbeitlose Akademiker stellten eine kostbare Ressource dar, die bei der Ausgestaltung von kostengünstiger Hausaufgabenhilfe sinnvoll zum Einsatz kommen konnte. Auf der einen Seite bildungsferne Familien, deren Kinder von Anfang an benachteiligt sein würden, wenn sie nicht von außen Hilfe bekämen, auf der anderen Seite der brachliegende Schatz gebildeter Menschen, die keine Arbeit fanden. Wo wären sie besser aufgehoben, als ihr Wissen für eine Zeit lang  Bildungsbedürftigen zur Verfügung zu stellen? So kam es zur Kooperation des Jugendzentrum Horner Geest e.V und dem türkischen Elternbund Hamburg Ost mit B& B (Beschäftigung & Bildung), die auf der Horner Geest ein Stadtteilbüro betrieben und bei der Auswahl geeigneter Mitarbeitenden behilflich waren.

In den ersten beiden Jahren von HoGsmittkids profitierten wir unendlich von dieser finanzierbaren Notlösung und eine Reihe wunderbarer Menschen half tatkräftig mit beim Aufbau des Projektes. Leider konnten sie jeweils nur für maximal ein Jahr bleiben und ihr Weggang stellte immer einen Verlust dar, auch wenn wir ihnen oft genug ein Trittbrett für den weiteren beruflichen Weg sein konnten.  Doch dann setzte der Rotstift der Stadt abermals an und die 1€-Stellen wurden bis auf die Personen bei der Mittagessenausgabe allesamt gestrichen. Die Existenz des Projektes schien in Gefahr.

Es ist vor allem diesem Umstand zuzuschreiben, dass wir seitdem für einige Kurse die Preise erhöhen mußten. Denn damit es auch künftig noch Angebote für die Kinder geben konnte, sollten nun auch die Eltern sich beteiligen, um zumindest die Finanzierung der TrainerInnen zu gewährleisten, wenn schon nicht die der Gesamtkoordination. Da wir trotz diesem bedauerlichen Umstand immer noch unter den Selbstkosten wirschafteten, konnten wir die Preise - wenn auch gestiegen - immer noch vergleichsweise niedrig halten. Dies ist bis heute so geblieben.

Wir sind gespannt, wie sich das Bildungspaket ab 2011 auf die Nutzung der Angebote auswirken wird.

...schrieben wir. Inzwischen haben wir damit zwei Jahre Erfahrung, über die wir auch gerne mit Ihnen auf Nachfrage kommunizieren.

Ein Teil davon fließt weiterhin ein in der HoGs Villa Blau, wo der 'harte Kern' der HoGsmittkids sich heute ehrenamtlich um diejenigen Kinder kümmert, die durch das Ganztagsschulnetz nicht flächendeckend versorgt sind.